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Im “48-Stunden-Test”:
Geistiges Heilen bei
chronischen Schmerzen

 Ob Geistheiler chronisch Schmerzkranken rasch helfen können, sollte eine wissenschaftliche Studie klären helfen, die anlässlich der 22. Basler Psi-Tage durchgeführt wurde. Unter ärztlicher Aufsicht hatten Heiler zwei Tage Zeit, die Beschwerden von Betroffenen, die aus schulmedizinischer Sicht “therapieresistent” sind, deutlich zu lindern. Daran schloss sich eine dreimonatige Fernheilungsphase an. Die Ergebnisse der Studie finden Sie Anfang 2006 auf dieser Homepage sowie auf der Kongress-Website.


Eigentlich ist Schmerz ein biologisch notwendiges Warnsignal. Doch manchmal verselbständigt er sich und wird zur dauerhaften Pein. 19 Prozent aller erwachsenen Europäer, rund 75 Millionen, werden von chronischen Schmerzen gequält – im Durchschnitt seit sieben Jahren, in jedem fünften Fall sogar schon seit mehr als 20 Jahren. Ein Drittel der Betroffenen leidet ständig darunter – 24 Stunden pro Tag, 365 Tage im Jahr. Jeder Fünfte verliert deswegen seinen Arbeitsplatz, bei ebensovielen werden Depressionen diagnostiziert; jeder Sechste empfindet seine Schmerzen manchmal als so schlimm, dass er nicht mehr leben möchte. Fast zwei Drittel fühlen sich von ihren Ärzten unangemessen behandelt.1 Ob und inwieweit Geistheiler solches Leid deutlich lindern können, und das innerhalb von nur zwei Tagen, soll eine wissenschaftliche Studie klären helfen, die anlässlich des 7. Weltkongresses für Geistiges Heilen (im Rahmen der 22. “Basler Psi-Tage”) durchgeführt wird. “Zahlreiche wohldokumentierte Einzelfälle, aber auch schon etliche wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass Geistiges Heilen konventionelle Methoden der Schmerzbekämpfung erstaunlich wirkungsvoll unterstützen kann und manchmal mehr ausrichtet als jede andere Therapieform”, erklärt der Psychologe Harald Wiesendanger, Versuchsleiter und Mitorganisator des Basler Kongresses. “Wir wollen herausfinden, ob das auch kurzfristig möglich ist.” Einige der erfahrensten und prominentesten unter den mehr als 100 Heilern aus 20 Ländern, die an den diesjährigen “Basler Psi-Tagen” teilnehmen, werden sich zwei Tage lang, unter ärztlicher Aufsicht, um Patienten kümmern – gratis. Nach Kongressende sollen die Teilnehmer auf Wunsch weiterbetreut werden.

Schmerzkranke Kongressbesucher können an diesem “48-Stunden-Test” teilnehmen, wenn sie drei Voraussetzungen erfüllen: Ihre Schmerzen (a) bestehen seit mindestens einem halben Jahr, (b) treten nicht bloß schubweise auf, sondern halten ununterbrochen an; (c) auf Medikamente und ärztliche Maßnahmen sprechen sie zuwenig an. Zusammen mit der Bewerbung sollen ein kurzer Lebenslauf sowie eine Schilderung der bisherigen Krankengeschichte eingereicht werden.  “Wir konzentrieren uns auf die schlimmsten Fälle”, erklärt Wiesendanger. “Je stärker die Schmerzen sind und je länger sie schon bestehen, desto größer ist die Chance für Betroffene, in unseren Test einbezogen zu werden.” Art und Ausmaß der Schmerzbelastung vor und nach der Testphase werden mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens gemessen, die Ergebnisse statistisch ausgewertet. Ob erzielte Heilerfolge längerfristig anhalten, soll in den darauffolgenden Monaten durch Nachbefragungen ärztlich kontrolliert werden.

“Keinesfalls wollen wir bei Kranken überzogene Hoffnungen wecken”, schränkt der Versuchsleiter ein. “Geistheiler sind keine allmächtigen Wundertäter. Gerade bei chronischen Leiden benötigen sie im allgemeinen mehrere Wochen und Monate Zeit, ehe sich nennenswerte Fortschritte einstellen.” Andererseits hatte sich bei einem früheren “48-Stunden-Test” während des Basler Weltkongresses 2001 gezeigt, dass manchmal auch sofortige Besserungen eintreten: Bei 12 von 15 chronisch Kranken – mit Allergien, Asthma bronchiale oder schweren Bewegungseinschränkungen - erreichten Handaufleger binnen zwei Tagen deutliche Besserungen, wie beaufsichtigende Ärzte feststellten. Ihre Zuversicht, dass Schmerzkranken auf diesem unkonventionellem Weg zu helfen ist, stützen die Kongressveranstalter zudem auf ein rundes Dutzend wissenschaftliche Untersuchungen, in denen seit Mitte der achtziger Jahre insgesamt über 700 Schmerzkranke “geistig” behandelt wurden – teilweise sogar “verblindet”, d.h. ohne zu wissen, ob eine Behandlung überhaupt stattfand. In den meisten Studien kam eine statistisch signifikante Heilwirkung zum Vorschein – sei es bei Migräne, rheumatischen oder postoperativen Schmerzen, bei chronischen Rückenbeschwerden oder Menstruationsschmerzen.2

Chronisch Schmerzkranke, die den Basler Weltkongress besuchen und an diesem Test teilnehmen möchten, bewerben sich bei: Basler Psi-Tage, Stichwort ”Chronische Schmerzen”, Dr. Harald Wiesendanger, Zollerwaldstr. 28, D-69436 Schönbrunn, Fax +49 – (0) 62 71 – 7 21 80, eMail: psi-tage@web.de. Sie erhalten dann einen Fragebogen und nähere Informationen zum Testablauf.
 

Anmerkungen:

1  Nach der 2003 veröffentlichten Studie “Pain in Europe” des Marktforschungsinstituts NFO Infratest Health. Dabei wurden 46'000 Menschen in 16 Ländern über ihre Schmerzen und das Verhalten ihrer Ärzte befragt.

2  Siehe Meehan, Thérèse Connell: An Abstract of the Effect of Therapeutic Touch on the Experience of Acute Pain in Postoperative Patients,unveröffentl. Dissertation, Universität New York 1985.
Keller, Elizabeth / Bzdek, Virginia: “Effects of therapeutic touch on tension headache pain”, Nursing Research 1986, 35, 101-104.
Meehan, Thérèse Connell: “Therapeutic touch and postoperative pain: a Rogerian research study”, Nursing Science Quarterly 1993, 6(2), 69-78.
Redner, Robin / Briner, Barbara / Snellman, Lynn: “Effects of a bioenergy healing technique on chronic pain”, Subtle Energies 1991, 2(3), 43-68
Castronova, Jerri / Oleson, Terri: “A comparison of supportive psychotherapy and laying-on of hands healing for chronic back pain patients”, Alternative Medicine 1991, 3(4), 217-226
Sundblom, D. Markus / Haikonen, Sari u.a.: “The effect of spiritual healing on chronic idiopathic pain – A medical and biological study”, Clinical Journal of Pain 1994, 10, 286-302
Misra, Margaret M.: The Effect of Therapeutic Touch on Menstruation (master´s thesis), Long Beach, California State University 1994
Slater, Victoria E.: The safety, elements, and effects of Healing Touch on chronic non-malignant abdominal pain, University of Tennessee, Knoxville, College of Nursing 1996
Peck, Susan D.: The Effectiveness of Therapeutic Touch for Decreasing Pain and Improving Functional Ability in Elders with Arthritis, Dissertation, University of Minnesota 1996
Gordon, Andrea / Merenstein, Joel H. / D´ Amico, Frank u.a.: “The effects of Therapeutic Touch on patients with osteoarthritis of the knee”, Journal of Family Practice 1998, 47(4), 271-277
Dressen, Linda J. / Singg, Sangeeta: “Effects of Reiki on pain and selected affective and personality variables of chronically ill patients”,
Subtle Energies 1998 9(1), 51-82

 

 

Schmerzen - Zahlen und Fakten

In Deutschland:

  • 17 Prozent aller Deutschen leiden unter chronischen Schmerzen.
  • Am häufigsten betroffen ist der Rücken (34 Prozent).
  • Häufigste Ursache ist Osteoarthrose (24 Prozent).
  • 14 Prozent der Betroffenen verloren aufgrund ihrer Schmerzen ihren Arbeitsplatz.
  • 16 Prozent erklären: “Ich fühle mich mit meinen Schmerzen verlassen.”.1
  • Jährlich begehen in der Bundesrepublik 2000 bis 3000 Menschen mit chronischen Schmerzen Selbstmord.


In der Schweiz:

  • 1,5 Millionen Schweizer leidet unter chronischen Schmerzen – davon 35 Prozent täglich, weitere 26 Prozent mehrmals wöchentlich.
  • Als häufigste Schmerzursachen werden rheumatische Leiden (34 Prozent) und Bandscheibenvorfälle (25 Prozent) genannt.
  • Betroffene Patienten leben mit ihren Qualen durchschnittlich 7,7 Jahre.
  • Aufgrund ihrer Beschwerden fallen sie durchschnittlich 14 Arbeitstage pro Jahr aus.
  • 16 Prozent der Betroffenen verlieren ihren Arbeitsplatz.
  • 18 Prozent der Betroffenen leiden unter Depressionen.
  • Die Hälfte der Betroffenen gibt an, sich ständig müde zu fühlen.
  • 200'000 Schweizer bezeichnen ihre Schmerzen als derart unerträglich, dass sie “nicht mehr leben möchten”.
  • Drei Viertel der chronisch schmerzkranken Schweizer sind der Meinung, sie würden von ihrem Arzt nicht angemessen behandelt.
  • Die Hälfte aller Schweizer Betroffenen ist jederzeit bereit, eine neue Behandlungsmethode auszuprobieren.
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