Woran erkennt man einen Scharlatan?
Heiler und Heiliger sind keine Synonyme; nicht jeder, der sich so nennt, ist der Inbegriff des edlen Altruisten. Woran
verrät sich ein Scharlatan? Ein paar typische Merkmale habe ich in meinen Büchern zu einem regelrechten “Steckbrief” zusammengestellt. Fünf der wichtigsten sind: 1. Der Scharlatan verspricht zuviel: nämlich eine rasche, vollständige Genesung von jedem Patienten, egal woran er leidet und egal, wie lange schon. 2. Er hält Patienten davon ab, zum Arzt zu gehen, und äußert sich pauschal abfällig über die Schulmedizin. 3. Er bedrängt Patienten, laufende ärztliche
Behandlungen abzubrechen und Medikamente abzusetzen. 4. Er verängstigt Patienten mit unüberprüfbaren, angeblich hellsichtigen Diagnosen. 5. Er droht Patienten, dass sich ihr Leiden verschlimmern wird, falls sie sich nicht auf ihn einlassen bzw. die Behandlung bei ihm beenden wollen. Fairerweise muss aber gesagt werden, dass zumindest diese Formen von Scharlatanerie weitaus seltener vorkommen, als Kritiker unterstellen. Erheblich verbreiteter ist dagegen
Etikettenschwindel: Viele Heiler werben damit, sie seien “geprüft”, “anerkannt”, “zugelassen”, und zum Beweis dafür zeigen sie Urkunden irgendwelcher Institute oder Vereine vor. Kaum einem Patienten ist klar, dass keine Heilerschule, kein Heilerverein irgendein wissenschaftlich abgesichertes Testverfahren einsetzt. Hoffnung darf eben nicht blind machen. Auch im Leiden dürfen Patienten nicht aufhören, mündige Bürger zu sein. Sie müssen Angebote kritisch prüfen, ehe sie ihre Wahl treffen.
Sonst könnten sie mit vermeintlichen “Wunderheilern” tatsächlich ihr “blaues Wunder” erleben. Mehr dazu in Geistheiler - Der Ratgeber, Kap. 30-32. |