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Dr. Harald Wiesendanger

Heilen “Heiler” ?

Ein Wegweiser fĂŒr Hilfesuchende

122 Seiten, Broschur
Lea Verlag: Schönbrunn 2008,
3. erweiterte u. aktualisierte Auflage 2009

Vom WDR empfohlen als Begleitbuch zur Sendung “Das PhĂ€nomen Geistheilung” (16.4.2008, Magazin frauTV)

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Kurz gesagt

Auf dem alternativen Gesundheitsmarkt boomt Geistiges Heilen mehr denn je. Weit ĂŒber zehntausend Anbieter werben in Deutschland mittlerweile um notleidende Kundschaft. Ihren Versprechen erliegen jĂ€hrlich Hunderttausende von chronisch Kranken. Hunderte von Heilerschulen verdienen an der Serienproduktion von "ausgebildetem" Nachwuchs, mehrere Heilervereine statten ihre zahlenden Mitglieder mit werbetrĂ€chtigen Urkunden aus ("geprĂŒft", "anerkannt", "zertifiziert").

Doch wieviele "Heiler" halten, was ihr Name verspricht? Mit dem enormen Zuwachs an QuantitĂ€t, den die Heilerszene seit der Esoterikwelle erlebt, ging ein dramatischer QualitĂ€tsverfall einher: Inzwischen ĂŒberwiegen aufrichtig bemĂŒhte Dilettanten: unerfahrene, mĂ€ĂŸig begabte, sich selbst ĂŒberschĂ€tzende Möchtegerns, die mit wolkiger Esoterik, mit dubiosen Titeln und Diplomen wettzumachen versuchen, was ihnen an therapeutischer BefĂ€higung abgeht. Sie enttĂ€uschen und gefĂ€hrden unzĂ€hlige Kranke, die bei ihnen arglos Hilfe suchen. Und letztlich verspielen sie die Zukunft einer faszinierenden, vielversprechenden Therapieform.

Das Elend der heutigen Heilerszene, seine Ursachen und Folgen, analysiert Harald Wiesendanger, Autor von 17 SachbĂŒchern ĂŒber Geistiges Heilen, in dieser provokativen Schrift. Mit deutlichen Worten prangert er Fehlentwicklungen und MissstĂ€nde an. Er zeigt Hilfesuchenden auf, wie sie die raren Könner ausfindig machen - und sich Begegnungen mit Mittelmaß und Scharlatanen ersparen. “Einer Geistheilung”, sagt er, “bedarf seit lĂ€ngerem zuallererst die Heilerszene selbst.”
 

LogoInhalt Geistiges Heilen Geistheiler ua

Inhaltsangabe


Vorwort
Geistiges Heilen - eine echte Chance  
Experte in Not 
LĂ€ngst beantwortet?   
Der Steckbrief des Scharlatans  
Fehlschluss vom Heilen auf Heiler    
Auf zum “geprĂŒften” Heiler?   
Sensorium fĂŒr “HeilkrĂ€fte”?   
PrĂŒfungsstoff verzweifelt gesucht    
Schleichender Niedergang - Eine Kurzgeschichte der Heilerbewegung   
Aus Karlsruhe grĂŒĂŸt Pyrrhus   
Magisches Dreieck der Geldvermehrung  
Am besten zum “ausgebildeten” Heiler?   
Goldgrube Heilerschule: Wie Ausbilder Kasse machen
Wie “prĂŒfen” Heilerschulen ihre Absolventen?
Zur Goldenen Nase: So grĂŒnden Sie eine Heilerschule
Vereinsmeier auf dem Vormarsch - Sind Verbandsmitglieder die besseren Heiler?   
Zum Beispiel: Wie wird man “Anerkannter Heiler”?  
Der Anutrof-Dreh - Doppelpass im Dream Team:
   Wie trickreich Schulen und Vereine zusammenspielen
Der kurze Weg zum großen Heiler -
     Reich, mĂ€chtig und berĂŒhmt in 15 Schritten  
Kannst du fliegen?     
“Heilkraft” messen?  
Die Strategie des kritischen Suchens 
Die Strategie des Helfenlassens - durch die “Internationale Vermittlungsstelle fĂŒr
     herausragende Heiler” (IVH)  
Zu einseitig? 
Anmerkungen

Anhang  
   Medien-Echo auf die IVH 
   Die IVH im Urteil von Hilfesuchenden 
   Heiler ĂŒber die IVH
   Weitere Stimmen 
Die 10 Phasen des deutschen Heilerwesens -
   Eine wechselvolle Geschichte mit offenem Ausgang
Heiler bewerten: notwendig und möglich.
   Interview mit der Zeitschrift Die Andere RealitĂ€t (in AuszĂŒgen)
Geistiges Heilen in Deutschland: ein Vier-Milliarden-Business
Damit Sie mit “Wunderheilern” kein blaues Wunder erleben -
   11 Goldene Regeln fĂŒr Hilfesuchende 
Literaturhinweise
Über den Autor
 

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Leseprobe

“In den zurĂŒckliegenden vierzig Jahren hat sich das Heilerwesen, unter dem Einfluss der Esoterikwelle, dramatisch gewandelt. Zuvor waren in Deutschland vermutlich nur wenige hundert Geistheiler tĂ€tig, neben Besprechern und ein paar Exorzisten vor allem christliche Handaufleger und Gebetsheiler. Es ĂŒberwogen schlichte, bodenstĂ€ndige GemĂŒter mit geringer Bildung aus mittleren und unteren sozialen Schichten; die meisten wirkten zurĂŒckgezogen in lĂ€ndlicher Gegend, und sie halfen vornehmlich aus innerer Berufung. Vollprofis fanden sich kaum darunter: Die meisten ĂŒbten Geistiges Heilen nebenbei aus, an Feierabenden und Wochenenden - nicht in regelrechten "Praxen", sondern in Wohnzimmern und KĂŒchen; ihren Lebensunterhalt sicherten sie anderweitig. Kommerziell insofern nicht von Heilerhonoraren abhĂ€ngig, arbeiteten sie vorwiegend unentgeltlich, allenfalls Spenden wurden angenommen. Da Geistheilung selten ein GeschĂ€ft war, wurde kaum je Werbung dafĂŒr getrieben; ihren Heiler fanden Hilfesuchende ĂŒberwiegend durch Mundpropaganda, auf Empfehlung von Verwandten und Kollegen, Freunden und Bekannten. Unter solchen UmstĂ€nden hielten sich Heiler nur, wenn sie in bemerkenswert vielen FĂ€llen tatsĂ€chlich etwas therapeutisch Außergewöhnliches, aus Ă€rztlicher Sicht Unerwartetes zustande brachten; andernfalls blieben ihre Stuben leer. (Kein Markt selektiert hĂ€rter als einer, der auf mĂŒndlich kolportierten "Geheimtipps" beruht, in denen Konsumenten ihre persönlichen Erfahrungen mit gewissen Produkten weitergeben.) Daher ĂŒberwogen Heiler mit jahre-, oft jahrzehntelanger Erfahrung.
(...)
Doch dieser Heilertypus ist im Aussterben begriffen. Seit den sechziger Jahren, als die Esoterikwelle ĂŒber die alternative Gesundheitskultur des Westens hereinzubrechen begann, ist die Zahl der haupt- oder nebenberuflichen Geistheiler in Deutschland zwar auf weit ĂŒber 10'000 angeschwollen - diejenigen eingerechnet, die zumindest eine Grundausbildung wie z.B. einen der beiden ersten Reiki-Grade absolviert haben, sogar auf mehrere Hunderttausend. Doch deutlich ĂŒber neunzig Prozent dieser Heiler verkörpern inzwischen, auf einem zunehmend kommerzialisierten Markt, einen radikal anderen Therapeutentyp. Überdurchschnittlich viele relativ junge Leute sind darunter, aus der Altersklasse zwischen zwanzig und vierzig, entlassen oder ausgestiegen aus bisherigen Berufen und kaputten Beziehungen - UnausgefĂŒllte, Vereinsamte und Frustrierte, von Selbstzweifeln und Sinnkrisen GeschĂŒttelte, neuen Halt, Orientierung und Einkommen Suchende. Ihre Berufung entdeckten sie in Begegnungen mit "Hellsichtigen", Medien, Astrologen, "spirituellen Weisheitslehrern", Bhagwans oder anderen respektierten AutoritĂ€ten der Esoterikszene, in Kursen und Workshops, an MessestĂ€nden, in Literaturstudien, auf ausgedehnten Selbstfindungstrips zu den sĂŒĂŸlich durchrĂ€ucherten Szenetempeln im Großstadtdschungel oder zu Ashrams und anderen exotischen Retreats in der Dritten Welt. Traditionellen Heilern wurde ihre FĂ€higkeit zuteil - esoterische erlernen sie, Ă€hnlich wie die Kunst des Deutens von Horoskopen oder Tarotkarten.

Um ihre Ausbildung kĂŒmmern sich hierzulande inzwischen mehrere hundert private Schulen, zumeist Ein-Mann/Frau-"Institute"; weil angeblich "in uns allen ein Heiler steckt", befördern sie jedermann, der die verlangten GebĂŒhren bezahlt, im Schnelldurchlauf zu "Heilern" - manchmal schon an einem einzigen Wochenende, zumeist nach höchstens einem Dutzend Kurstagen. "Der Film", meinte Alfred Hitchcock einmal, "ist vielleicht die einzige Branche, in der sich mancher als Meister fĂŒhlt, bevor seine Lehrzeit ĂŒberhaupt begonnen hat." Mit der westlichen Heilerszene war er offensichtlich nicht vertraut.                      

Derart "ausgebildet", bemĂŒhen sich immer mehr Absolventen gleich anschließend darum, auf der Geistheilerei eine neue berufliche Existenz aufbauen; das erfordert feste HonorarsĂ€tze - deren mitterweile branchenĂŒbliche, durch Verbands"richtlinien" abgesegnete Höhe schon manchen niedergelassenen Arzt oder Psychotherapeuten vor Neid erblassen lĂ€sst - und eine Eigenvermarktung, die hinlĂ€nglich viele Kunden lockt. Und so schaltet der neue Heilertypus vielversprechende Inserate, lĂ€sst imposante Visitenkarten, Flyer und ImagebroschĂŒren drucken, prĂ€sentiert sich auf Esoterikmessen und im Internet, biedert sich Journalisten an. Und er legt Wert auf Vermittlungsdienste, werbetrĂ€chtige Titel und Diplome. Die sind mittlerweile leicht zu ergattern, zumindest fĂŒr Zahlungswillige: Die meisten Heilerschulen bieten ihren Absolventen solchen Service, ebenso wie die Info-Dienste und PrĂŒfungskommissionen etlicher Heilervereine ihren zahlenden Mitgliedern - eine Hand wĂ€scht die andere. In Ermangelung zuverlĂ€ssiger Testmethoden, ob einer wirklich heilen kann, erwĂ€chst daraus die Gefahr eines monströsen, flĂ€chendeckenden Etikettenschwindels, den ein paar Insider durchschauen mögen, aber wohl kaum der typische Hilfesuchende. Das Risiko, an unerfahrene, mĂ€ĂŸig begabte, sich selbst ĂŒberschĂ€tzende Möchtegerns zu geraten, war fĂŒr Menschen, die sich auf Geistiges Heilen einlassen möchten, noch nie grĂ¶ĂŸer als heute - die Chance, Könner anzutreffen, entsprechend gering. Inzwischen ĂŒberwiegen aufrichtig bemĂŒhte Dilettanten, die ein warmherzig pulsierendes Beinahenichts mit spiritualistischen Girlanden umkrĂ€nzen.
Ausgesprochen tragisch ist diese Fehlentwicklung nicht nur fĂŒr den Kranken, der Hilfe sucht, sondern letztlich auch fĂŒr das Geistige Heilen als Therapieform: Einerseits fanden Anwender noch nie eine liberalere Rechtslage vor; noch nie zeigten sich mehr Ärzte bereit, Heiler in ihre Praxen und Kliniken einzubeziehen, und sich ihre Vorgehensweisen zu eigen zu machen; noch nie richteten mehr Wissenschaftler Forschungsprojekte darauf; noch nie waren Massenmedien eher bereit, dafĂŒr Druckseiten und SendeplĂ€tze freizurĂ€umen. Dass ausgerechnet jetzt das unzweifelhafte Potential Geistigen Heilens von einer unheiligen Allianz aus esoterischen Nebelwerfern und geschĂ€ftstĂŒchtigen Cleverles, Wichtigtuern und Wirrköpfen, AnfĂ€ngern und Beihelfern verschĂŒttet wird, ist traurig - und fĂŒr Hilfesuchende fatal. Einer Geistheilung bedarf seit lĂ€ngerem zuallererst die Heilerszene selbst.”

 

Medien-Echo

Ärzte Zeitung (23.10.2008):
“In seinem Werk "Heilen ‚Heiler‘?" (...) zieht Wiesendanger eine vorlĂ€ufige Bilanz seiner rund 20jĂ€hrigen Recherche in der esoterischen Heilerszene. Vor allem tritt er an, die Spreu vom Weizen zu trennen. Wie viele "Heiler" halten, was ihr Name verspricht? Die Grundthese des Autors: Mit dem enormen Zuwachs, den die Heilerszene seit der Esoterikwelle im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts erlebte, ging ein dramatischer QualitĂ€tsverfall einher. "Inzwischen ĂŒberwiegen aufrichtig bemĂŒhte Dilettanten: unerfahrene, mĂ€ĂŸig begabte, sich selbst ĂŒberschĂ€tzende Möchtegerns, die mit wolkiger Esoterik, mit dubiosen Titeln und Diplomen wettzumachen versuchen, was ihnen an therapeutischer BefĂ€higung abgeht. Teil dieser Entwicklung sind Hunderte von Heilerschulen, die den Nachwuchs "ausbilden" und mit Diplomen versorgen. Sie verdienen ebenso am Boom der Szene wie Heilervereine, die ihren zahlenden Mitgliedern werbetrĂ€chtige Urkunden ausstatten mit Attributen wie "geprĂŒft", "anerkannt" oder "zertifiziert".
Wiesendanger macht deutlich, dass es im alternativen Gesundheitsmarkt außer vielen schwarzen Schafen auch ernsthafte Heiler gibt, die diesen Namen verdienen. Hilfesuchenden zeigt er auf, wie sie die raren Könner ausfindig machen und sich Begegnungen mit mittelmĂ€ĂŸigen Heilern und Scharlatanen ersparen. "Einer Geistheilung", so sein Fazit, "bedarf seit lĂ€ngerem zuallererst die Heilerszene selbst."
Den vollstĂ€ndigen Artikel der ÄRZTE ZEITUNG finden Sie hier.

WDR-Homepage und -Videotext (16.-23.4.2008).
“
Der Ratgeber liefert einen Überblick ĂŒber den aktuellen Zustand der deutschen Heilerszene.”

SĂŒddeutsche Zeitung 12. Mai 2007:
“Der Boom des Geistigen Heilens ist selbst dem Spiritus rector der deutschen Geistheilerszene nicht ganz geheuer. So beobachtet Harald Wiesendanger einen bestĂŒrzenden QualitĂ€tsverfall. (...) Seine IVH hat sich zum Ziel gesetzt, wirkliche Könner ausfindig zu machen.”

Matrix 3000 Nr. 48 (Nov/Dez 2008):
“Dr. Harald Wiesendanger (...) gilt mit 17 SachbĂŒchern ĂŒber Geistiges Heilen als Experte fĂŒr diese umstrittene Therapieform. (...) Sein neuestes Werk “Heilen ‘Heiler’?” gibt den Lesern eine Entscheidungshilfe an die Hand. Es zeigt auf, dass sich enorm viele Menschen um den vier Milliarden schweren Kuchen “Geistiges Heilen” streiten und dass hier lĂ€ngst nicht alles Gold ist, was glĂ€nzt. Es zeigt aber auch auf, dass man ĂŒber “geistige Heiler” Hilfe erlangen kann. Ein Buch, das dem Untertitel “Wegweiser fĂŒr Hilfesuchende” gerecht wird. Es gibt den Lesern praktische Hilfestellung. Ein Buch, das sich wohltuend abhebt von den Verteufelungen oder den VerklĂ€rungen, die man gerade bei diesem Thema oft findet.”

Wendezeit 4/2008:
“Ein Insider warnt: Aus der Esoterikszene drĂ€ngt eine Flut von Laienbehandlern ins alternative Gesundheitswesen.”

Raum & Zeit 151/2008:
“Dieser Ratgeber bietet die nötige Orientierung.”

Verlagsgruppe Random House /Lektorat Goldmann:
“Ein verdienstvolles Buch.”

Visionen (Inge Hasswani, Redaktion):
"Der Verfallsprozess, der bereits vor 10, 12 Jahren in der "Esoterikszene" evident wurde, greift inzwischen auf den ganzen Bereich der Therapie und Heilung, wie auch der SpiritualitĂ€t, ĂŒber und weicht durch Beliebigkeit und Orientierungslosigkeit Definitionen und MaßstĂ€be auf. Was heute nicht alles als "spirituell" gilt! Und ebenso: Was sich heute alles als Heiler bezeichnet! So wie das Wort "esoterisch" durch Verzerrung und VerwĂ€sserung in Verruf geraten ist, kommt bald auch das Wort "spirituell" in Misskredit. Was das Reden darĂŒber erschwert. Da tut permanent wiederholte AufklĂ€rung not."

Provokant 1/08:
“FĂŒr Patienten, die bei Geistigen Heilern eine Chance suchen, gesund zu werden (...), sind dumme Voreingenommenheiten wie akademische Dispute gleichermaßen ohne Belang. FĂŒr sie zĂ€hlt: ‘Wer heilt, hat Recht!’ Dabei ist es fĂŒr sie jedoch oft ĂŒberlebensnotwendig, die richtigen und nicht die falschen Heiler zu finden. Seit mehr als 15 Jahren befasst sich der Philosoph und Psychologe Dr. Harald Wiesendanger mit dem Geistigen Heilen und mit den Methoden, auf diesem Gebiet die Spreu vom Weizen zu trennen. (...) Sein neuestes Buch mit dem Titel ‘Heilen ‘Heiler’?’ widmet sich kritisch resĂŒmierend dieser Thematik.”

Spirituelle Hilfe, Mainz:
“’Heilen Heiler?’ erhellt provokant die Heilerszene.”

Körper, Geist & Seele (KGS), Juli 2008:
“WĂ€re Harald Wiesendanger nicht unbestritten ein versierter Kenner der esoterischen Heilerszene, könnte man ihn fĂŒr einen notorischen Miesmacher halten. In seinem neuen Buch Heilen ‘Heiler’? beschreibt er mit zum Teil beißenden Sarkasmus eine Entwicklung, die eher bestĂŒrzt als belustigt: Es geht um die Flut der Heilungsangebote, die aus der Esoterikszene ins deutsche Gesundheitswesen drĂ€ngt und deren QualitĂ€t in vielen FĂ€llen mehr als fraglich ist. Ihm geht es darum, den Not leidenden Patienten aufzuklĂ€ren ĂŒber Erscheinungsformen, Ursachen und Folgen dieses Booms, seine Nutznießer und leider auch - seine Opfer. Das Buch gibt Hinweise, worauf man bei der Suche nach einem guten Heiler achten sollte, um nicht an einen der zahlreichen “Möchtegerne” oder kaltblĂŒtigen Abzocker zu geraten. Harald Wiesendanger will jedoch nicht nur anklagen, sondern eher dabei helfen, die wirklich guten Heiler zu finden. In ĂŒber 20-jĂ€hriger Recherche und Mitarbeit an wissenschaftlichen Studien ist neben 17 SachbĂŒchern zum Thema Geistiges Heilen auch die “Internationale Vermittlungsstelle fĂŒr herausragende Heiler” (IVH) entstanden.”

Nexus Magazin 17 / Juni-Juli 2008 (Thomas Kirschner, Redaktionsleitung.):
Der Autor dieses Buches kennt die „Heiler-Szene" wahrscheinlich so gut wie kein anderer. Harald Wiesendanger hat zum Thema Geistiges Heilen im Laufe der Jahre nicht weniger als 17 SachbĂŒcher veröffentlicht, er schrieb hunderte von Hintergrundberichten und ist Mitveranstalter der Internationalen „Psi-Tage" in Basel. Wenn ein solcher Kenner der Szene bescheinigt, „von innen her verfault" zu sein, so wiegt dieser Vorwurf sicherlich viel schwerer, als wenn ihn ein anderer ausgesprochen hĂ€tte, der weniger involviert in diesen Bereich ist. Aus eigener Erfahrung möchte ich außerdem hinzufĂŒgen, dass ich in den Analysen Wiesendangers die Wirklichkeit genau getroffen wiedererkenne. „Reiki, Prana-Heilen und Neoschamanismus haben sich dabei als die drei dicksten NĂ€gel im Sarg des traditionellen Heilers erwiesen", schreibt er und bestĂ€tigt mir meine eigenen Beobachtungen ĂŒber die grenzenlose NaivitĂ€t vieler Menschen. Wiesendanger zeigt in diesem Buch, wie Heiler bzw. diejenigen, die sich dafĂŒr halten, sich in einem Netzwerk fragwĂŒrdiger „Ausbildungen" gegenseitig Zertifikate verleihen und dann BerufsverbĂ€nde grĂŒnden, die auch wieder nur den Zweck haben, ihren Mitgliedern und der Außenwelt eine SeriositĂ€t vorzuspiegeln, die letztlich kaum ĂŒberprĂŒfbar ist. Seine Formel „Reich, mĂ€chtig und berĂŒhmt in 15 Schritten" trifft den Nagel auf den Kopf. Im Kapitel „Geistiges Heilen in Deutschland: Ein Vier-Milliarden-Business" zeigt Wiesendanger auf, dass sich die Halbwelt der Heiler und derer, die in fragwĂŒrdigen, aber definitiv teuren Seminaren die Teilnehmer zu Heilern ausbilden, eine goldene Nase verdient – ganz unabhĂ€ngig davon, ob der Heiler auch wirklich das leistet, was ihm bescheinigt wird.
Ich bin also geneigt, dieses kleine Buch jedem zu empfehlen, der dazu neigt, sich bei den vielen unvermeidlichen Problemen des Lebens immer gleich den Rat und die Hilfe solcher selbsternannter „Lichtarbeiter" einzuholen. Oftmals, wĂŒrde ich denken, wĂ€re das Geld, das man zu ihnen trĂ€gt, eigentlich besser bei dem aufgehoben, der die Hilfe so dringend sucht, und ich frage mich außerdem, ob nicht der Heiler selbst sehr schnell zum Problemfall verkommen wĂŒrde, wenn die stĂ€ndigen Zahlungen seiner notleidenden Klienten einmal ausbleiben wĂŒrden. Die Attraktion, Heiler zu werden, scheint vor allem fĂŒr diejenigen groß zu sein, die es in anderen Berufsfeldern zu nichts gebracht haben. (...)

Spuren Nr. 89 / Herbst 2008:
Im ersten Teil dieses Buches bilanziert der Autor ausfĂŒhrlich, wie sich die heutige, bekanntlich inflationĂ€re Geistheiler-Szene entwickelt hat, eine Szene, die zuallererst selbst einer Geistheilung bedĂŒrfte. Zeitweise wirken die AusfĂŒhrungen des durch und durch versierten Autors fast wie eine Lachnummer, und dies trotz der Ernsthaftigkeit des Themas. Zitat: “Traditionelle Heiler ließen Taten sprechen, esoterische - Sternzeichen Vage, Aszendent Großer Nebel - versuchen, hinter spiritualistischem Verbalgewölk und neophysikalischem Kauderwelsch zu verhĂŒllen, was ihren Taten abgeht.”
Der Wildwuchs in der Heilerszene ist kaum mehr zu ĂŒberblicken, und eine ÜberprĂŒfbarkeit der Heilversprechen gestaltet sich Ă€ußerst schwierig. Im letzten Drittel seines Buches zeigt der Autor dann endlich, wie eine kĂŒrzlich ins Leben gerufene Vermittlungsstelle fĂ€higer Heiler funktioniert, und nach welchen Kriterien ein kranker Mensch doch noch einen guten Heiler finden kann.”

 

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Leserstimmen

”Könnte nicht besser geschrieben sein. Ein entlarvender Zustandsbericht ĂŒber die heutige Heilerszene!” (Sepp H., DĂŒsseldorf)

“Finde ich sehr interessant. Mit den dubiosen Praktiken der Spiri-Eso- und Heilerszene habe ich leider schon Bekanntschaft gemacht. Intuitiv habe ich deren Angebote ausgeschlagen, nachdem ich auf meine Fragen von "Heilern" Antworten bekam, die mich eher traurig machten. Trotzdem wusste ich immer tief in meinem Herzen, dass es wie in jedem Metier neben Dilettanten auch Könner gibt. Also ging ich wieder in mich zurĂŒck und dachte: So eine heilige und edle Angelegenheit darfst du nicht forcieren; wenn es sein soll, wirst du eines Tages einen zu dir passenden Heiler finden. Und so kam es, dass ich bei der Recherche nach einem homöopathischen Mittel irgendwie auf Ihre Internetseite kam. Und nun sitze ich hier und schreibe Ihnen diesen Brief. Das Leben kann ja doch noch Freude machen.” (Frank H., Kassel)

“Ihr Buch habe ich mit Erschrecken gelesen! Ich bewundere Sie!”
(Dr. Thomas D., Bad Wildungen)

Über das Buchkapitel “Heiler bewerten: notwendig und möglich” (Interview), s. auch das Online-Magazin Auswege Infos 6/08:

„Herrn Wiesendanger danke ich fĂŒr das vorzĂŒgliche Interview. Ich habe mich sehr gefreut, dass er so klar und eindeutig in seinem "elitĂ€ren" Anspruch ist und dieses auch öffentlich vertritt. Ich halte dies fĂŒr sehr notwendig, und ‚reflektierte’ Therapeuten und Heiler haben damit auch kein Problem! Es ist immer unbeliebt, wenn man deutlich Position bezieht und anhand von Kriterien urteilt.“
Dipl.-Psych. Victoria S., Malsch

„Der Artikel ĂŒber Diplome und Anerkennungen hat mir sehr gut gefallen. Aus der Schulmedizin kommend ist mir mehr als bewusst, dass man nach 3000 Euro GebĂŒhr und einem Wochenendkurs mit Zertifikat noch lange kein Spezialist oder guter Therapeut ist.“
Dr. med. Axel F., Northeim, Facharzt fĂŒr AnĂ€sthesie, Rettungsmedizin, Intensivmedizin

„Die Argumentation finden wir hervorragend, mit großer Klarheit und Tiefgang. Es hat uns beiden viel gebracht. Danke!“
Dr. med. Dorothea F. & Dr. med. Manfred F., Waldbrunn

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